An die Online-Redaktion des Stern

Auf das Schärfste möchten wir, die im Deutschen Komponistenverband DKV und in der Deutschen Filmkomponistenunion DEFKOM zusammengeschlossenen Komponisten gegen ihre Bilderstrecke „Neuer Frust für die GEMA“ im Stern protestieren.

Es ist Satire, schreiben Sie. Wir lachen später, aber okay, das haben wir jetzt verstanden. Vorher hätten Sie „ausgewogen und ernst“ über dieses Thema berichtet, schreiben Sie. Das allerdings darf bezweifelt werden! Denn hätten Sie das getan, hätten Sie dazu recherchieren müssen, und dann hätten Sie Folgendes gewusst:

Die GEMA hat nicht ein einziges Video auf YouTube gesperrt. Das kann sie rein juristisch auch gar nicht. Seit April 2012 darf sie laut Landgericht Hamburg zwar 7, demnächst wohl 15 Videos auf YouTube sperren. Diese Titel vermisst aber auch niemand.

Hätten Sie recherchiert, hätten Sie raus gefunden: das Videosperren besorgt YouTube selbst. Dabei handelt es sich um eine der bösartigsten, zynischsten Aktionen, die je in diesem Land gesehen wurden. Man sperrt willkürlich beliebte Videos um die Menschen in Deutschland bis zur Weissglut zu verärgern und schiebt diesen Ärger der GEMA, also uns kreativen Musikautoren unter.

Wie sie wissen, funktioniert das hervorragend. Dazu brauchen Sie ganz sicher nicht zu recherchieren. Dieses perfide, linke Spiel hat in Deutschland eine breite, aufgeheizte Stimmung gegen die GEMA und uns Urheber erzeugt.

Hätten Sie also „ausgewogen und ernst“ nachgeforscht und berichtet, hätten Sie eine einmalige Hetzkampagne gegen Kreative und ihre Rechtevertretung, die GEMA, zu Tage fördern können, die in Form und Verlogenheit ihres Gleichen sucht.

Sie hätten den Hintergrund dieser Hetzkampagne sehen können. Ein börsennotiertes, hoch profitgieriges Unternehmen macht zwar Milliarden mit den kreativen Leistungen von Musikern, möchte diese aber nicht, wie es das Gesetz in unserem Land fordert, angemessen beteiligen. Halt doch, man will 180 € für 1 Mio Klicks zahlen. Finden Sie das angemessen?

Sie hätten gesehen, dass diesem Konzern kein linker Trick zu schade ist, um den Tarifpartner, die Kreativen, die rechtmässig diese angemessene Beteiligung fordern, im Vorfeld und während der Verhandlungen zu diskreditieren.

Wenn Ihre Recherche „ernst“ gewesen wäre, hätten Sie eine Story gehabt, die empörend genug ist, um gut aufbereitet, viele Menschen, und vor allem die kulturfreundlichen, zu erreichen. Und auf keinen Fall hätten sSie, wenn Sie „ernst“ gewesen wären, uns in diesem Fall mit einer Bilderstrecke „satirisch“ noch eins drauf gegeben.

Dass wir Musiker z. B. Rolls Royce fahren, ist insbesondere ein Schlag ins Gesicht von jungen Menschen, die sich entscheiden, ihren Beruf in der Musik zu suchen und von ihrer Kreativität zu leben. Wie Sie sehen (oder hätten sehen können) wird dies in unseren sowieso schon nicht besonders kreativitätsfreundlichen Land durch zynische, profitgierige IT-Strukturen wie YouTube zur Zeit noch mal erschwert. Da müssen Sie nicht auch noch so tun, als seien wir Kreativen alle reich und könnten über die Satire eines für uns unerträglichen Vorgangs noch schallend lachen.

Damit soll jetzt auch von unserer Seite Schluss mit lustig sein. Wir verlangen eine journalistisch ordentlich recherchierte Darstellung der Fakten, die Rücknahme dieser keinesfalls lustigen „Bilderstrecke“ und einen Artikel, der wirklich „ernst und ausgewogen“ die Situation von Kreativen in Deutschland darstellt. Ihre „Satire“ wird uns Kreativen auch so noch lange in Erinnerung bleiben und trägt ganz sicher nicht zur Popularisierung des Sterns in unseren Kreisen bei.

Die 1200 Mitglieder im DKV (Deutscher Komponistenverband), in der DEFKOM (Deutsche Filmkomponistenunion) und in der FEM (Fachgruppe E-Musik)

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Ich finde ein Berufsverband ist sehr wichtig, um Interessen zu bündeln, die Mitglieder zu stärken und eine gemeinsame Sprache für eine Aussenkommunikation zu finden. Ein Austausch unter den Komponisten hilft mir dabei immer wieder neu zu lernen, künstlerisch sowie in Fragen des Berufsstandes.

Rainer Oleak
DEFKOM-Mitglied

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